Das DHB-Team konnte mit leidenschaftlichen Auftritten überzeugen und die TV-Zuschauer in ihren Bann ziehen.Im Gegensatz dazu tun sich Frankreich und Spanien, trotz europaweit bedeutsamen Ligabetriebs, in Sachen Massentauglichkeit noch immer schwer, auch geschuldet schwierigen Fernsehmärkten.
Sicher: Die 16,16 Millionen Zuschauer des WM-Endspiels 2007 vor den TV-Schirmen wird Handball-Deutschland so schnell nicht wieder erleben. Die sieben Millionen, die durchschnittlich die Niederlage im Viertelfinale gegen den späteren WM-Gewinner Spanien verfolgten, sind dennoch ein sehr guter und beachtlicher Wert.
Kraft schlägt Moderne: Spaniens Handballer sind Weltmeister 2013. Im Finale von Barcelona gewinnen sie mit 35:19 gegen das technisch beste Team Dänemark.
Es sollte ein Triumph werden und die Spielkunst des dänischen Handballs krönen. Es wurde ein Untergang mit handballhistorischer Dimension. Schon nach 40 Minuten war im Palau Sant Jordi klar, dass Dänemark nicht Weltmeister werden würde, sondern Gastgeber Spanien zum zweiten Mal nach 2005.
Verschwitzt, abgekämpft und mit dicken roten Kratzern am Hals stand Domagoj Duvnjak auf dem Spielfeld. Nach dem 31:26 (14:13)-Sieg im Spiel um Platz drei gegen Slowenien wurde der Kroate am Samstag in Barcelona zum fünften Mal als bester Spieler eines Spiels geehrt.
Und zum fünften Mal bekam er eine Uhr als Präsent. Doch was macht er mit all den Zeitmessern? “Keine Ahnung. Die liegen noch in meinem Zimmer. Ich muss mal sehen”, sagte der Handball-Profi vom HSV Hamburg und lachte amüsiert.
Die Füchse Berlin kommen ihrer dritten Teilnahme in Serie an der Handball-Champions-League immer näher. Im Spitzenspiel der Bundesliga gewann der auf Rang vier liegende Hauptstadtclub gegen den Tabellenzweiten Rhein-Neckar Löwen mit 32:26 (15:11).
Die besten drei deutschen Mannschaften qualifizieren sich direkt für die Königsklasse. Die Löwen liegen ebenso wie die SG Flensburg-Handewitt nun schon fünf Minuspunkte hinter Spitzenreiter THW Kiel zurück, der seinem nächsten Meistertitel entgegenstrebt.
Den deutschen Handball-Clubs droht der Verlust von gut 200.000 Euro an Ausgleichszahlungen für ihre WM-Spieler.
Der Weltverband IHF hat zwar für die insgesamt 56 Bundesliga-Akteure, die bei der Weltmeisterschaft im Januar in Spanien im Einsatz waren, Abstellgebühren in Höhe von 243.831,22 Schweizer Franken (200.310 Euro) vorgesehen, durch Nachnominierungen war der Wert allerdings auf 59 Spieler aus der Bundesliga angewachsen, entsprechend könnte sich der Wert sogar noch leicht erhöhen.
Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale der Handball-WM geht es aufwärts mit den deutschen Handballern: Die tolle Entwicklung des Teams im Turnier ist ausbaufähig. Bundestrainer Heuberger will deshalb verstärkt auf den Nachwuchs setzen.
Die WM endete für die deutsche Handballnationalmannschaft im Dunkeln. Gestern Morgen gegen 5.30 Uhr trotteten die ersten Spieler gedankenversunken und völlig übermüdet vom Teamhotel in die verregnete Nacht von Saragossa, in der schon der Bus wartete, der sie Richtung Flughafen Madrid bringen sollte. Dass sie dabei knapp einen torkelnden Spieler Spaniens verpassten, der den 28:24-WM-Viertelfinalsieg vom Vorabend wohl ein wenig zu lang gefeiert hatte, dürfte ihnen aber herzlich egal gewesen sein.
Das überraschend starke Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Spanien macht den deutschen Handballern Mut für die Zukunft – auch wenn nach dem Viertelfinal-Aus zunächst die Enttäuschung überwog.
Eine kurze Nacht lag hinter ihnen. Nur vier Stunden Schlaf. Und deshalb war die Enttäuschung noch groß, als die Spieler der deutschen Handballnationalmannschaft Donnerstagfrüh um 6 Uhr vor ihrem Hotel in Saragossa in den Bus stiegen, der sie zum Flughafen bringen sollte. „Ich bin schon ein bisschen traurig“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger.
Nach dem jähen Ende ihrer wunderbaren WM-Reise schwankte die Stimmung der deutschen Handball-Männer zwischen Enttäuschung und Stolz. “Wir dürfen jetzt nicht vergessen, was wir geleistet haben”, sagte Kapitän Oliver Roggisch nach dem 24:28 im Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien. “Aus so einer Niederlage müssen wir lernen. Man hat gesehen, dass wir am Schluss noch nicht so erfahren sind.”
Der erneut starke Torwart Silvio Heinevetter konnte indes seine Frustration kaum verbergen: “Diese Enttäuschung zu verkraften dauert eine Weile.” Bundestrainer Martin Heuberger zog dagegen ein zufriedenes Fazit: “Das Gesamtergebnis dieses Turniers ist absolut positiv. Wir haben mit dieser WM die Leute wieder für uns begeistert.”