Woran denken Sie, wenn Sie Brasilien hören? Sommer, Sonne, Karneval, Strand und Fußball. Aber ab Samstag wird alles anders. Dann wird in Brasilien Handball gespielt. Und zwar spielen die Frauen ihre Handball WM.
Der kleine runde Ball wird ab Samstag fliegen. Zum ersten Mal wird Brasilien die Handballweltmeisterschaft der Frauen austragen. Und sie sind heiß auf den Titel. “Wir haben eine sehr starke Mannschaft und wollen zeigen, dass wir mit den Top-Nationen der Welt mithalten können”, sagte Chana Masson, Torfrau der Mannschaft Brasiliens. Den deutschen Fans sollte sie sehr bekannt sein. Zwischen 2005 und 2007 hütete sie das Tor der Mannschaft HC Leipzig. “Wir haben eine der besten Mannschaften, in denen ich je gespielt habe”, schwärmt sie weiter.
Brasilien will Weltmeister werden und zählt durchaus bei Experten mit zu den Favoriten dieser Weltmeisterschaft der Frauen. Seit 1995 hat sich die Mannschaft für jede WM der Frauen qualifiziert. Trainer Morten Soubaek aus Dänemark ist sehr zuversichtlich. “Wir werden eine große Rolle bei dieser WM spielen”, sagte der Coach. Und in Europa spielen immer mehr brasilianische Nationalspielerinnen. Das zeugt von Qualität der Mannschaft. Allein acht Spielerinnen spielen bei dem achtmaligen Champions-League-Sieger Hypo Niederösterreich.
“Spielerisch und athletisch waren wir immer gut. In Europa haben wir jetzt auch die nötige Disziplin gelernt”, sagt Torfrau Masson, die selbst in Deutschland gespielt hat.
Brasilien kann neben Montenegro die Überraschung der WM werden. Wenn sie optimal starten, können sie getragen vom Heimvorteil und ihrer Klasse bis ins Halbfinale kommen”, sagt Herbert Müller, Trainer des deutschen Meisters und Pokalsiegers Thüringer HC.
Handball kann auch eine große Chance für das Land sein. “Handball ist in den Schulen vor allem bei den Mädchen sehr populär, es gibt aber keine professionellen Bedingungen. Der Handball in Brasilien wird erst richtig bekannt werden, wenn wir etwas Großes erreichen”, sagt Masson abschließend.